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Nachhaltige Ökologische Kleidung

Vor kurzem lockte wieder der Sommerschlussverkauf mit einer riesigen Auswahl an Kleidung zu äußerst günstigen Preisen. Doch unsere neuen Kleidungsstücke bestehen manchmal aus einem wahren Chemikaliencocktail: krebserregende Azofarbstoffe, Nonylphenolethoxylate (NPEs), Schwermetalle, fortpflanzungsschädigende Weichmacher oder chlorierte Kohlenwasserstoffe (gegen Schimmelbildung beim Transport). Stoffe, die in Deutschland aus gutem Grund längst verboten sind, werden in Billiglohnländern leider immer noch zum Reinigen und Färben der Fasern und bei Leder eingesetzt. Sie vergiften dort über ungefiltertes Abwasser ganze Flüsse und machen Menschen, die vor Ort leben, krank. Aber auch für uns Konsumenten können sie gefährlich sein. NPEs zum Beispiel gelangen nach dem Waschen übers Abwasser in unsere Flüsse und Seen, bauen sich dort zum hormonell wirksamen Nonylphenol ab und reichern sich in unserer Nahrungskette an. Darüber hinaus  verursacht die gesamte Textilproduktion in nur einem Jahr über eine Milliarde Tonnen CO2,  das ist mehr als alle jährlichen internationalen Flüge und Schifffahrten zusammen. 

Somit zählt die Modeindustrie zu den größten Umweltsündern überhaupt. 

So hat sich die durchschnittliche Haltbarkeit eines T-Shirts in den vergangenen 50 Jahren dramatisch verkürzt, ein schonender Umgang mit Rohstoffen und ökologische Mode sehen jedoch anders aus.

Jedes Jahr landet über eine Million Tonnen Kleidung auf den Müll. Ein irrsinniger, extrem teurer Kreislauf, der ganze Ökosysteme zerstört. Wer umweltbewusst leben will, für den ist ökologische, grüne Mode eine selbstverständliche Konsequenz.

Doch wie erkenne ich nachhaltige ökologische Kleidung, die unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde? Leider gibt es immer noch keine einheitlichen Kriterien und Siegel, die ökologische Mode kennzeichnen. Statt vieler irreführenden Kennzeichnungen und Siegel kann derweil nur das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) garantieren, dass es auch nur wirklich fair produzierte, ökologische Kleidung und Mode als solche bezeichnet. Nachhaltig ist es aber in jedem Fall auch, im Secondhandshop zu kaufen oder kreativ zu sein und Kleidung aus Ausrangiertem neu zusammenzunähen (Up-Cycling).

ZEHN TIPPS FÜR GRÜNE MODE

  • Fragen Sie gezielt nach: Nur der Druck der Kunden bewegt Textilhändler dazu, grüne Mode in ihre Läden zu bringen.
  • Achten Sie auf Siegel. 
  • Klasse statt Masse kaufen: Ökologische Mode, die hochwertig und gut gearbeitet ist, hält viele Jahre und spart so trotz höherer Anschaffungskosten sehr viel Geld.
  • Zeitlose Schnitte & Farben wählen: Daran sieht man sich nicht so schnell satt, sie bleiben länger in Ihrem Schrank!
  • Vorsicht: Der Hinweis »Separat waschen« deutet auf mangelnde Farbechtheit hin, dies kann die Haut reizen.
  • Lust auf …? Kleiderkauf läuft auf emotionaler Ebene ab. Hinterfragen Sie: Brauche ich dieses Kleidungsstück wirklich?
  • »Tauschpartys«: Holen Sie aus dem Schrank, was nicht mehr gefällt, laden Sie Freunde ein, die auch ihr Ausrangiertes mitbringen und tauschen Sie los!
  • Keine Jeans in "Ausgewaschen-Optik" kaufen! Dieser Effekt entsteht durch gefährliches Sandstrahlen und führt zu tödlichen Lungenerkrankungen bei den Arbeitern.
  • Möglichkeiten zum Kauf von ökologischer Kleidung gibt es in vielen deutschen Städten, zu finden sind sie über den Blog www.gruenemode.de
  • Das grünste und nachhaltigste Modestück ist immer noch das NICHT gekaufte!